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Kramer Brennstoffe AG

 *Stand jeweils Morgenpreise 

 Börsen und Märkte

 


 

29.01.2020* 

27.01.2020*

Brent
 

USD/Fass
 

60.16

59.33

Gasöl fob Rotterdam

USD/Tonne
 

530.50

521.50

Wechselkurs    
 

CHF/USD
 

0.9736

0.9706


Marktlage vom 29.01.2020 (Quelle Futures Service)


Experten hatten bei den US Ölbeständen für letzte Woche eigentlich mit leichten Aufbauten bei Rohöl gerechnet, während die Raffinerieauslastung abnimmt. Mit der Winternachfrage sollte dies parallel zu einem Abbau der Destillatebestände geführt haben. Die vom API in der Nacht gemeldeten deutlichen Abbauten bei Rohöl überraschten die Marktteilnehmer daher.

Erwartung: 28.01.

+0,7

-1,2

+1,4

-0,8%

API: 28.01.

-4,3

-0,1

+3,3

+1,0

in Mio BarrelRohölDestillateBenzinRaffinerieCushing
Bei den Destilalten wurden hingegen nur geringe Abbauten verzeichnet, während bei Benzin ein höher als erwarteter Anstieg verzeichnet wurde. Dies deutet eine eventuell schwache Produktnachfrage hin, die entsprechend bearish wirkt. Letztlich überwiegt allerdings der erhebliche Abbau bei den Rohölbeständen und dessen bullishe Wirkung. Marktteilnehmer warten nun auf die Daten des DOE am heutigen Nachmittag, die um 16:30 Uhr auf der Agenda stehen und neben den reinen Bestandsveränderungen auch Zahlen zur Nachfrage, Importen und Exporten sowie die Rohölförderung beinhalten.

Hatte der Markt in den letzten Tagen vor allem die Sorgen um die negativen Auswirkungen des Coronavirus eingepreist, so scheint dieser Prozess nun erst einmal abgeschlossen zu sein. Die Zahl der Opfer in China soll mittlerweile auf 132 gestiegen sein, was einem Anstieg von 28,2% binnen eines Tages entspricht. Die Anzahl der bestätigten Infektionen stieg mit 1.459 allerdings deutlich langsamer als noch am Tag zuvor, sodass nun insgesamt 5.974 Menschen in China infiziert sind. Auch außerhalb Chinas gibt es mehr Ansteckungen, doch die Lage scheint durch die massiven Gegenmaßnahmen in China langsam unter Kontrolle zu kommen.

Entwarnung kann noch nicht gegeben werden, aber die Eindämmung der Ausbreitung sorgt dafür, dass sich die Sorgen, die sich an den Finanzmärkten teilweise verbreitete und zum Teil zu panikartigen Verkaufswellen führte, reduziert. Der Einfluss auf die Ölnachfrage ist noch immer schwer einzuschätzen, wobei die Experten der Barclays Bank mittlerweile davon ausgehen, dass der Ausbruch den durchschnittlichen Jahrespreis um etwa 2 Dollar senken wird (28.01.2020 Barclays: Coronavirus könnte Ölpreise um 2 Dollar pro Barrel senken).

Sollte Chinas Flugverkehr wegen des Coronavirus im ersten Quartal um die Hälfte einbrechen, dann würde dies laut Barclays einem Nachfrageverlust von etwa 300.000 B/T entsprechen. Für Analyst Norbert Rücker, von Julius Bär, hat die Situation vor allem auf Kerosin einen direkten Einfluss. Der Ölmarkt preise momentan allerdings einen viel größeren und länger anhaltenden negativen Einfluss auf die Wirtschaft ein, als es frühere Pandemien vorgeben würden. Und auch für die Experten bei Energy Aspects ist der erwartete Einfluss auf Kerosin mittlerweile übertrieben. Hier erwartet man eine starke Erholung zum dritten Quartal, während man im ersten Quartal mit einem Rückgang von 5,8% im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres ausgeht.

Bei Stanford C. Bernstein warnt man aber dennoch davor, dass die Auswirkungen des Coronavirus diesmal größer sein könnte als der Ausbruch des SARS Virus. Zum einen sind die Gegenmaßnahmen aus Vorsicht deutlich umfangreicher, zum anderen sei aber die chinesische Wirtschaft so viel größer als 2003, dass auch der Einfluss einer solchen Pandemie in China stärker sei. Das "Blutbad" an den Ölbörsen scheint nun aber erst einmal vorbei zu sein, findet Analyst Edward Moya, der auch auf die Ausfälle in Libyen verweist.

Laut dem Chef der libyschen National Oil Company (NOC), Mustafa Sanalla, liegt die Produktion des Landes aktuell gerade einmal bei 262.000 B/T. Innerhalb 9 Tage habe man so knapp 1 Mio. B/T an Förderkapazität verloren. Das große Problem seien die geringen Lagerkapazitäten, da durch die vielen Jahren der Unruhen noch immer nur rund 37% der Kapazitäten einsatzfähig seien. Diese könnten bald voll sein, sodass es nur noch eine Frage von Tagen sei, dass die Förderung auf etwa 70.000 B/T fällt. Im Dezember hatte Libyen noch rund 1,14 Mio. B/T gefördert.

Die Blockade der Anlagen sieht er auch eine Gefahr für die langfristige Entwicklung der libyschen Ölindustrie. Dies bringe das Ziel in Gefahr die Förderung bis 2024 auf 2,2 Mio. B/T auszubauen, deren Mittel man in einem stabilen Umfeld eigentlich habe. Eine unmittelbare Maßnahme der OPEC, um auf den Preisverfall des Coronavirus zu reagieren, sehe er wegen der Krise in Libyen nicht. Dauert diese länger an, dann würden die Preise letztlich wieder steigen, so Sanalla.

Mit dem Preisanstieg von gestern gelingt den Börsen eine Entlastungsrallye. Die größten Sorgen bezüglich des Coronavirus scheinen nun eingepreist zu sein, weshalb wir die fundamentale Konstellation nun auf neutral zurückstufen. Der Markt sollte allerdings weiter volatil bleiben, denn Meldungen bezüglich des Coronavirus könnten einen erheblichen Einfluss auf die Preise haben. Mit der Aufwärtsbewegung deuten sich nun auch bei den rechnerischen Inlandspreisen starke Anpassungen nach oben an.







Die schweizerischen Konsumentenpreise basieren auf den Beschaffungspreisen der Produkte (Benzin, Dieselöl, Heizöl etc.) in den internationalen Märkten (insbes. dem sogenannten "Rotterdamer Spotmarkt"), dem Wechselkursverhältnis CHF/USD (die Produktenotierungen erfolgen in USD) und den Transportkosten bis zur Schweiz. Das Zusammenwirken dieser drei Faktoren bestimmt im Wesentlichen die Endverkaufspreis in der Schweiz.



 

 

 

 


 


 


 

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