Rasch, zuverlässig und preiswert

Kramer Brennstoffe AG

 *Stand jeweils Morgenpreise 

 Börsen und Märkte

 


 

20.05.2019* 

17.05.2019*

Brent
 

USD/Fass
 

73.20

72.82

Gasöl fob Rotterdam

USD/Tonne
 

658.00

660.75

Wechselkurs    
 

CHF/USD
 

1.0117

1.0100

 

Marktlage vom 20.05.2019 (Quelle Futures Service)  

Der Markt blickt wieder in Richtung OPEC und was diese Ende Juni, zusammen mit einigen Nicht-OPEC Ländern, entscheiden wird. Deutete sich am Freitag noch an, dass die aktuellen Produktionskürzungen gelockert werden könnten, sprach sich die Mehrheit der Teilnehmer des JMMC Meetings am Wochenende für die Beibehaltung der Maßnahmen aus.

Der OPEC geht es dabei vor allem um die generelle Versorgungslage. Eine zu frühe Anhebung der Ölproduktion, wie im letzten Sommer / Herbst, will man vermeiden. Für eine Anhebung der Produktionsmengen spricht der gestiegene Ölpreis, die steile Backwardation Konstellation bei Brent, die eine knappe Versorgungslage suggeriert (17.05.2019 Chartanalyse Plus: Steile Backwardation deutet knappe Marklage an), sowie die Verschärfung der Sanktionen gegen Iran und Venezuela.

Als Gegenargumente führt man aber die noch immer hohen Ölbestände ins Feld, die in den USA tendenziell zunehmen, sowie die Aussicht auf ein schwaches globales Wirtschaftswachstum, dass die Ölnachfrage schwächt. Insbesondere der US Handelsstreit zwischen USA und China gilt hier als ein Schlüsselfaktor. Dieses Spannungsfeld beschäftigt folgerichtig nicht nur die Trader an den Börsen, sondern eben auch die OPEC+ Länder.

Russland sprach sich am Wochenende dafür aus, die Produktionsquoten für die zweite Jahreshälfte um 0,3 Mio. B/T zu lockern. Statt 1,2 würde die Gruppe dann nur noch 0,9 Mio. B/T unter den Niveaus von Oktober letzten Jahres produzieren. Doch Widerstand kommt aus den OPEC Ländern. Nigeria, die Vereinten Arabischen Emirate (VAE) und Saudi-Arabien haben sich für eine Beibehaltung der aktuellen Kürzungen in der zweiten Jahreshälfte ausgesprochen. Die Gefahr einer zu frühen Produktionssteigerung und einem Preisrutsch, wie im Herbst letzten Jahres, sei zu hoch.

Die Preise seien zwar gestiegen, doch davon dürfe man sich nicht täuschen lassen. Die Versorgungslage schätze man für in den kommenden Wochen und Monate als komfortabel ein. Sollte es doch notwendig sein eine Kürzung auszugleichen, werde man dies tun, doch momentan sehe man dieses Szenario eigentlich nicht, so der Ölminister der VAE, Suhail Mohammed Al Mazrouei. Dennoch ist eine Produktionssteigerung des Kartells wahrscheinlich. Saudi-Arabien hatte deutlich mehr Öl als unter dem Produktionsabkommen notwendig vom Markt genommen. Man könne nicht zusagen, dass man weiter rund 560.000 B/T weniger als die Grenze vorgibt fördert, so der Ölminister, Khalid al Falih.

Der Produktionsschub, den einige Marktteilnehmer für die zweite Jahreshälfte erhofft hatten, ist damit unwahrscheinlicher geworden. Das JMMC trifft zwar keine Entscheidungen bezüglich der Produktionsmengen, doch kommen von hier Empfehlungen auf Grund der generellen Markteinschätzung. Die OPEC+ Gruppe wird erst bei ihrem Meeting vom 25. bis 26. Juni eine bindende Entscheidung treffen.

Unterdessen hat Trump den Druck auf den Iran erhöht. "Wenn der Iran kämpfen will, werde dies das offizielle Ende des Irans sein", so der US Präsident über Twitter. Die Spannungen im Nahen Osten werden weiter im Auge behalten werden, nachdem in der letzten Woche Ölanlagen in Saudi-Arabien und einige Öltanker angegriffen wurden. In Bagdad soll am Wochenende auch eine Rakete in der sogenannten "grünen Zone" eingeschlagen sein, wo sich auch die US Botschaft befindet.

Die Einschätzung der Analysten von der Bank of America Merrill Lynch stellt noch einmal das Spannungsfeld heraus und die damit einhergehende enorme Unsicherheit am Markt. Eine Schwäche in der Industrie bzw. Wirtschaft könnte die Verbraucherstimmung eintrüben, was Brent auf 50 Dollar abrutschen lassen könnte. Auf der anderen Seite könnte ein Handelsabkommen zwischen USA und China die Stimmung steigern. Sollte es global zu einem Anstieg der Nachfrage kommen, könnte dies, gepaart mit den neuen Bestimmungen für schwefelarmen Schiffsdiesel ab 2020, bei Brent für eine Preisspitze bei 90 Dollar sorgen, so deren Einschätzung.

Die Futures ziehen in der Eröffnung an und reagieren damit erwartungsgemäß bullish auf das Ergebnis des FOMC Meetings vom Wochenende. Bei den Inlandspreisen sind daher rechnerisch ebenfalls mit Preissteigerungen im Vergleich zum Freitag zu erwarten, wenngleich sich zu den Erhebungen eher Preisnachlässe andeuten. Vor allem im Osten Deutschlands bleibt die Versorgungslage, wegen der Lieferschwierigkeiten über die russische Druzhba Pipeline, knapp.




Die schweizerischen Konsumentenpreise basieren auf den Beschaffungspreisen der Produkte (Benzin, Dieselöl, Heizöl etc.) in den internationalen Märkten (insbes. dem sogenannten "Rotterdamer Spotmarkt"), dem Wechselkursverhältnis CHF/USD (die Produktenotierungen erfolgen in USD) und den Transportkosten bis zur Schweiz. Das Zusammenwirken dieser drei Faktoren bestimmt im Wesentlichen die Endverkaufspreis in der Schweiz.